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Unfolkkommen

[22.10.2018]

Liebertwolkwitz - Oktober 1813... ähh 2018

Nein, das ist natürlich keine Originalaufnahme vom großen Völkerschlachten vor reichlich zweihundert Jahren vor den Toren Leipzigs. Man kann ja durchaus geteilter Meinung darüber sein, ob das "Nachspielen" eines der größten Gemetzel der Menschheit vor den großen Weltkriegen gerade in heutiger Zeit sinnstiftend ist. Grundsätzlich sehen wir das ja auch eher skeptisch, aber wir waren mindestens genauso neugierig auf die Menschen, die sich jährlich auf den alten Schlachtfeldern treffen und so haben wir die Einladung zum abendlichen Musizieren in die Museumsscheune Liebertwolkwitz gerne angenommen.

Unser Fazit: Wenn Heutige aus den damals verfeindeten Ländern das Gewesene mit Respekt vor den vielen armen Schweinen von 1813 für sich nachempfinden und nach der szenischen Schlacht sich abends beim Biere in den Armen liegen, kann man durchaus von Völkerverständigung reden, auch wenn da eine kleine ironische Nuance mitschwingt. Und - im Gegensatz zu diesen "kleinen Leuten", die schon immer nur das Kanonenfutter waren - gibt es heute wie damals die wirklich schlimmen Schmutzfinken und Kriegtreiber. Nur erkennt man die wegen ihrer gut sitzenden Anzüge und der noblen Umgebungen eben nicht immer so einfach.

Soviel zum Schlachtgetümmel auf dem Feld...
Im Dorf selbst kann man aber eine ganz andere Zeitreise erleben. Es ist bewundernswert, mit wie viel Engagement der hiesige Verein ein ganzes Dorf samt seinen zahlreichen Gästen in das Jahr 1813 holt. Handwerke, die heute keiner mehr kennt, Kinderspiele und -reigen, die man heute nicht mehr singt und tanzt, alles mit großer Liebe zum Detail in den alten Höfen dargeboten - all das lohnt den Besuch in Liebertwolkwitz dann tatsächlich für jeden, auch den eingefleischtesten Pazifisten.
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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