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Unfolkkommen

[21.06.2026]

Beim Heimatfest Döbeln

Die Wettervorhersage vermeldete für den Sonntag Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke und die für den frühen Abend angekündigten Gewitterwolken zogen auf anderen Wegen durchs Land. Döbeln war also noch am späten Nachmittag der reinste Backofen. Unsere Bühne im "Weindorf" am Schuhbrunnen war auf den ersten Blick ganz gemütlich, bei näherer Betrachtung für uns dann doch befremdlich: Die Sicherheitsauflagen hatten es geschafft, zwischen Publikum und Bühne eine robuste Sperrzone zu installieren, so als ob man uns Musikanten gegen Bedrängnisse oder gar Attacken schützen müsse.

Als wir zum Soundcheck auf die Bühne kamen war uns sofort klar, dass unsere Art Musik zu dieser Barriere nicht passt. Spontan haben wir die Kollegen von der Technik gefragt, ob sie uns nicht so verkabeln können, dass wir uns samt unseren Instrumenten zum Publikum im Weindorf gesellen können. Die haben sich nicht lumpen lassen und schnell und unkompliziert improvisiert. Das war zwar alles andere als perfekt, hat aber gut funktioniert und schlussendlich seinen Zweck erfüllt: Wir waren von der Bühne unabhängig!

Diese Umtriebe beim Soundcheck blieben natürlich auch dem leicht verunsicherten Publikum nicht verborgen. So haben wir uns in der Anmoderation kurz erklärt und den Gästen die Entscheidung überlassen, wo wir musizieren sollen. Bei gefühlter Wahlbeteilung von 90 Prozent gab es ein klares Votum gegen die Bühne. Die Organisatoren haben den Spaß dankenswerterweise unterstützt.

Das Konzert dann fühlte sich eher wie kurzweilige Wirtshausmusi an und wir konnten wie gewohnt unsere kleinen und netten Mitmach-Späße mit dem Publikum treiben. Die Mugge war für uns gerettet. 

 

 Bilder-Galerie

 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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