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Unfolkkommen

[13.07.2019]

Zur Eröffnung der Sommerbaustelle freireisender Gesellen in Neuendorf im Sande

Beim Rudolstadt-Festival 2018 hatten wir Ben kenngelernt, einen freireisenden Gesellen auf Wanderschaft, der uns zum Musizieren bei der Eröffnung der traditionellen Sommerbaustelle in diesem Sommer einlud.

Wer uns kennt weiß, dass wir die Lieder der reisenden Gesellen sehr mögen und deren Lebensfreude teilen. Die Einladung war also für uns irgendwie auch eine Ehre und wir haben uns auf dieses Wochenende wirklich sehr gefreut.

Auch wenn viele auf ihrer Wanderschaft allein reisen, so treffen sich die Gesellen zu bestimmten Anlässen und laden ein: "Fix zugereist!". Das kann ein Fest zum Beginn der Wanderschaft oder aber deren Ende sein. Oder - wie in unserem Fall - eine gemeinsame Sommerbaustelle.

Jetzt fragt sich jeder, was das ist: Eine überaus sympathische Sache! Ausgangssituation: Ein gemeinnütziges Projekt mit vielen Enthusiasten, ebenso vielen Problemen, aber wenig Geld, braucht dringend gute Handwerker. Über marktwirtschaftliche Wege lässt sich das nicht lösen.

Man kann aber die wandernden Gesellen fragen, ob die helfen können. Einzige Bedingung: Das Projekt ist und bleibt auch in der Zukunft dem Gemeinwohl verpflichtet. Und so wurden die Aktivisten des Landgutes Neuendorf im Sande Gastgeber der diesjährigen "Schachtübergreifenden Sommerbaustelle freireisender Gesellen".
Da kommen für die Bauzeit schonmal einhundert Fachkräfte verschiedenster Gewerke zusammen, die dann wirklich was wegschaffen.

GesellenbühneEine Vorhut bereitet das Feld: Küche, Unterkünfte, Öko-Klos und -duschen, eine Kneipe und selbst eine Bühne zum Musizieren werden ins Gelände gezimmert. Nicht perfekt und ohne jeden Luxus. Aber man steht als Gast nur staunend vor dieser unglaublichen mobilen Energie.

Die Eröffnung durften wir miterleben und gemeinsam mit Ben an der kleinen Konzertina und einem Gastmusikanten am Kontrabass haben wir mit viel Spaß musiziert. Das schönste Lob kam von einer jungen Gesellin: Geile Scheiße!
 










PS: Was man wissen sollte: reisende Gesellen werden nicht gerne fotografiert. Deshalb hier nur ein gezeichnetes Abbild...



 
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
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