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Unfolkkommen

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Sei zufrieden

Mensch, befolge meinen Rat, Mensch, sei niemals desperat
und tipple frisch durchs Dasein froh.
Pfeif auf Ärger und Verdruß, pfeif auf jede Kümmernuß,
lebe glücklich wie dor Mops im Paletot.
Lacht dich an e junges Kind, gib ihr einen Kuß geschwind,
weil du das dem jungen Mädchen schuldig bist.

Ist`s ein ält'res Mägdelein, wird se doppelt dankbar sein,
Weil bei der schon so was selt'ner ist.

Ach der Mensch ist arrogant, sieht off Titel, Rang und Stand,
und der Kleene sieht'n Großen voller Neid.
Und sieht dieser Egoist eenen der noch größer ist, 
dann packt wieder den de Unzufriedenheit.
Der sagt „O“, der andre „X“, eener gönnt dem andr'n nix,
und so macht mor sich vereint das Leben schwer.

Und ich frage mich, wozu? Der ist grad so dumm wie du,
und du bist ganz genau so schlau wie der. 

Sei zufrieden, nutz die kurze Lebenszeit,
sei zufrieden, laß den Haß und laß den Neid.
Merke dir in jedem Falle: Menschen, Menschen sin mor alle.


Ob de Schuster oder Schneider, Schornsteinfeger, Humorist,
Größus oder Hungerleider oder Weichensteller bist,
Lumpensammler, Zeichenlehrer, Boxer oder Attachè,
König oder Straßenkehrer, Leutnant von der Heilsarmee.

Ehrenjungfrau oder Amme, Gauner oder Polizist,
ob de Rittergutsbesitzer oder Laubenkolonist,
armer Ritter, Leichenbitter, ob de traurig oder froh,
Opernsänger, Hundefänger oder Bruder Studio.

Ob de Sachse oder Wiener, Kegeljunge, Komponist,
Kumpel oder Großverdiener oder Kammerjäger bist,
ob de Clown bist oder Dichter, ob de jung bist oder grau,
General, Kaninchenzüchter, Milchmann oder Kuchenfrau.

Löwen- oder Heringsbändger, Portokassenaspirant,
schwerer Junge, leichtes Mädchen oder Sülzenfabrikant.
Ob de Cowboy oder Kaiser, blondgelockt bist oder kahl,
e ganz ausgebuffter Knabe oder rein wie Parzival.

Ob de Männ'l oder Weib'l, ob de kleen bist oder groß,
bist ein winzig kleines Stäubchen, bist e armer Erdenkloß.
Drum gilts eenem wie dem andren, keener weeß was ihm eenst blieht,
alle, alle müssen wandern, alle ohne Unterschied. 

Sei zufrieden, nutz die kurze Lebenszeit,
sei zufrieden, laß den Haß und laß den Neid.
Merke dir in jedem Falle: Menschen, Menschen sin mor alle.

 
Quelle: Eine Moralpredigt wider alle Neidhammel: „Sei zufrieden!" lautet das Motto des kleinen Mannes, der sich in sein Schicksal fügt. Gehört hatten wir das Lied von Ursel und Dieter Lehmann aus Dresden. An die gehörte musikalische Vorlage haben wir etwas Hand anlegen müssen und das Lied vom Marschtempo freit.
© Unfolkkommen
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