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Unfolkkommen

[27.09.2021]

1. Deutschfolk-Festival in und um Jena / Beulbar

Eigentlich sollte man solche Orte wie Beulbar und das dort gelegene AmViehTheater lieber gar nicht bewerben. Mehr Besucher, als ohnehin schon kommen, würde dieser Flecken Erde wahrscheinlich nicht (er)tragen und ihn zu guter Letzt eher entzaubern. Das ist ja vielen guten Ideen schon so ergangen...

Auf der anderen Seite ist unsere Begeisterung über diese wunderschöne Bühne so groß, dass wir um ein bisschen schwärmerische Werbung nicht umhinkommen. Wir jedenfalls kannten Beulbar bisher nicht und wenn uns Nico Schneider von Hüsch! nicht zum 1. Deutschfolk-Festival dahin eingeladen hätte, wären wir bis heute ahnungslos. Das Festival war der musikalische Auftakt für die neue Deutschfolkinitiative. Eine Idee, mit der viele Akteure der Szene und auch wir schön länger schwanger gehen und die nun - vorangetrieben vor allem von den Jungen - endlich ans Netz ging. Das mit dem 1. Deutschfolk-Festival stimmt natürlich nicht ganz: In den 70er und 80er Jahren gab es in West und später auch in Ost eine wunderbare Deutschfolk-Szene mit unglaublich viel Energie und entsprechend vielen Festivals und Spielstätten. Daran wollen wir anknüpfen. Tim Liebert von Hüsch! hat das in einem Interview mit Ostfolk gut erklärt.

Zurück zum AmVierTheater: Eine wunderbare Bühne mitten im dörflichen Idyll, die von Nico Schneider und seinen Mitstreitern am Leben erhalten wird. Das Theater mit den meisten Rängen, der schönsten Landschaftskulisse, den nettesten Gastgebern und den treusten Besuchern. Schon Tage vor dem Festival war der Abend restlos ausverkauft. Damit das Ganze auch wirklich perfekt wird, hat Petrus seinen schönsten Herbstabend spendiert und mit Sonnenuntergang bekam der Ort nochmal eine Portion Magie obendrauf.

Das Programm war facettenreich und wir durften den Abend starten. Es folgten die Kollegen von Bube Dame König und hernach von Hüsch! und zum Abschluss gab´s drei gemeinsame Zugaben. Das Publikum war umwerfend und die ganze Atmosphäre einfach nur Klasse. Später sammelten sich die Unermüdlichen an der großen Feuerschale und musizierten und sangen bis spät in die laue Herbstnacht hinein...

Schöne Bilder von Henryk Schmidt findet Ihr hier.
 

 Bilder-Galerie

 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen können. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
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