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Unfolkkommen

[15.06.2017]

Mondscheinführung in Riesa - Juni 2017

... alte Geschichten aus RiesaWenn wir gewusst hätten worauf wir uns einlassen, hätten wir wahrscheinlich dreimal überlegt, ob wir bei der Mondscheinführung in Riesa mitmachen wollen.
Das Spektakel ist eine richtige Erfolgsgeschichte: Der Museumsverein stellt jedes Jahr ein Stadtführung auf die Beine, bei der sich das interessierte Publikum an mehreren Stationen in der Innenstadt auf kleine Szenen und Histörchen einlässt. Das Ganze organisiert, eingeübt und vorgetragen von vielen ehrenamtlichen Laiendarstellern. Und die haben eine solch enorme Portion Enthusiasmus, dass die 900 Karten innerhalb weniger Minute ausverkauft sind ...

Vorstellen muss man sich das so: Die 900 Besucher spazieren in 30er Gruppen im 20-Minuten-Takt durchs Revier und lassen sich an den 12 Stationen aufs Beste unterhalten. Unsere Szene: Traudel und Elli schwadronieren am Elbufer über die Dampfschifffahrt, derweil wir als Wanderburschen des Wegs kommen, dem angebotenen Bierchen (natürlich) nicht abgeneigt sind und nach zwei, drei Liedlein gern die Einladung der Mädels zur Übernachtung annehmen ...

Das alles 14 Mal am Abend! Wir sind ja von der Straßenmusik einiges gewohnt, die Mondscheinführung jedoch war Stress pur. Aber schöner Stress!
 

Kontakt

In unserem kurzweiligen Workshop erzählen wir Euch davon. Wir haben acht Lieder aus unserer Region ausgewählt, die wir in den letzten Jahren ausgegraben, zufällig gefunden oder aus dem Publikum geschenkt bekommen haben. Zu all diesen Liedern gibt es eine Geschichte, alte Liederbücher, Grafiken, Fotos oder alte Liedpostkarten, die wir zum Anschauen und Anfassen dabeihaben. Im Mittelpunkt jedoch steht meist die uns von netten Menschen ins Handy gesungene Liedvariante, vielleicht noch etwas illustriert mit gefundenen Melodie-Vorlagen.

Mit diesem Werkzeugkasten erzählen wir Euch, warum und wie wir diese Lieder gesucht und gefunden haben, wie wir mit dem vorgefunden Material (mal mehr oder weniger behutsam) umgehen, warum es früher oftmals keine Refrains gab und wir den selber schreiben mussten oder dass es auch für uns Strophen und Textpassagen gibt, die im früheren Kontext zwar absolut verständlich waren, für uns heute aber nicht mehr singbar sind. 

Liedtexte nebst Quellen und Grafiken haben wir für jeden Teilnehmer als kleines analoges Heften dabei, so dass Ihr auch alle mitsingen könnt. Bei allem Spaß, den wir im Workshop haben werden: Wir sind uns sicher, dass Ihr mit der Erkenntnis nach Hause geht, dass Folkslieder in Mundart zu singen weder peinlich noch putzig ist, sondern ein wertvoller und erhaltenswerter Teil unserer regionalen Tradition und unseres kulturellen Erbes.

Unsere Quellen seht Ihr in der Bildergalerie.
© Unfolkkommen
Verstanden
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